Der Einfluss von Klima und Boden auf Chianti Classico

Der Einfluss von Klima und Boden auf Chianti Classico

Der Einfluss von Klima und Boden auf die Rebsorte Sangiovese und somit auf Chianti Classico ist nicht von der Hand zu weisen. Bei einem Streifzug durch das Chianti gibt es unterschiedliche Bodenarten zu entdecken. Und natürlich verändern sich von Tal zu Tal die Formen der Hänge und Hügel. So nehmen beispielsweise waldige Täler oder offene Becken großen Einfluss auf Temperatur und Wind.

Rauf und runter, durch Kurven und Kehren, immer wieder… und wieder. Unwillkürlich denkt man da an die sanften Hügel des Chianti. Genau sie sind es die entscheidend für Klima und Mikroklima sind – genauso wie die Temperaturen im Jahresverlauf. Die unterschiedliche Struktur und Zusammensetzung des Bodens hängt mit den Höhenmetern und letztlich auch mit der Qualität der Weine zusammen. Im Chianti, dieser klar definierten Region zwischen Florenz und Siena, herrscht kontinentales Klima. Im Durchschnitt sind die Winter kalt (4 bis 5 Grad), die Sommer heiß und trocken (aber im Durchschnitt nicht höher als 35 Grad), mit gemäßigten Temperaturschwankungen während des Tages. Diese Schwankungen sind oft auf die unterschiedlichen Höhenlagen zurückzuführen. Von 200 bis 600 Höhenmeter reichen die Lagen, in den Monti del Chianti (im Osten des Gebietes) sogar bis über 800 Meter. Diese unterschiedlichen Höhenlagen sind unweigerlich mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten verbunden.

Der (fast) alles entscheidende Boden

Im Gemeindegebiet von San Casciano Val di Pesa sind überwiegend Galestro-Böden vorzufinden, Greve in Chianti bringt eher ton-kalkhaltigen (Mergel-)Boden hervor, entlang des Kamms der Monti del Chianti findet man das Sandgestein Macigno. Auf Albarese-Boden stößt man vermehrt im mittleren und südlichen Teil des Territoriums, um Castelnuovo Berardenga dominiert das Tuffgestein. Einen hohen Anteil an Kiesel und Steinen, insbesondere Galestro, findet man eigentlich in allen Bereichen. 

Ein Beispiel für Galestro am Weingut Le Cinciole in Panzano in Chianti

Die häufigsten Bodenarten im Chianti 

  • Galestro ist der Name für ein Schiefergestein, das durch Witterung und vor allem Frost in kleinere Teile zerbricht.
  • Ton ist ein Sediment bzw. eine Bodenart aus besonders feinen Partikeln. Böden, die so bezeichnet werden, bestehen überwiegend aus Tonmineralien.
  • Kalkstein ist ein aus dem Mineral Kalzit (Kalziumkarbonat) bestehendes hartes Gestein. Pflanzenwurzeln bahnen sich ihren Weg nur durch die Risse.
  • Mergel ist eine Kombination aus Kalk und Ton.
  • Sandstein bezeichnet ein Sedimentgestein aus Sandpartikeln, meist handelt es sich dabei um Quarz.
  • Alberese ist schlicht und ergreifend Kalkstein – siehe oben.
  • Tuff ist ein sehr kalkhaltiger Boden, der für einen besseren Wasserabzug als die meisten anderen Kalksteinarten sorgt.
  • Kiesel bezeichnet eine Bodenart oder besser gesagt verwittertes Gestein, in dem Gesteinstrümmer den Hauptbestandteil bilden.

Die Kombination aus Klima, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage bildet also die Grundlage für die Erzeugung von Weinen höchster Qualität im Chianti. Jeder Winzer aus der Gegend wird von der ganz speziellen Einzigartigkeit seines Bodens und seiner mikroklimatischen Bedingungen sprechen. Dieser zunehmenden Bedeutung von Land und Klima zollen immer mehr Produzenten durch eine nachhaltige und biologische Bewirtschaftung Tribut. Denn sie sind der festen Überzeugung, ihren Weinen auf diese Weise noch mehr an Eigenständigkeit und Charakter verleihen zu können. Und das ist im Endeffekt gut für alle, die gerne das ein oder andere Glas Chianti Classico genießen.

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