Sangiovese – Der rote Herrscher unter den Rebsorten im Chianti

Sangiovese – Der rote Herrscher unter den Rebsorten im Chianti

Die Rebsorte Sangiovese zählt zu den am häufigsten angebauten Rebsorten Italiens. Sangiovese bedeutet so viel wie „Jupiters Blut“. Und es gibt viele Synonyme wie zum Beispiel Sangioveto, Sangiovese grosso, Brunello, Prugnolo Gentile, Montepulciano, Morellino und viele mehr. 

Die Rotweine, die aus dieser autochthonen – also aus Italien stammenden – Rebsorte hergestellt werden, sind meist von dunkler Farbe, mit ausgeprägter Säure- und Tanninstruktur. Die Sangiovese-Traube bildet die Basis für viele berühmte Rotweine der Toskana: für den Chianti Classico, für den Chianti, für den Brunello di Montalcino, für den Vino Nobile di Montepulciano und für viele mehr. Laut Produktionsbestimmungen der ältesten Appellation Italiens muss ein Chianti Classico mindestens 80 % Sangiovese enthalten. Denn es sind nicht zuletzt die typischen Eigenschaften der Sangiovese, die ganz maßgeblich den Charakter des Chianti Classico ausmachen.

„Chianti 2000“

Die natürliche Entwicklung hat auch vor der Sangiovese-Rebe nicht Halt gemacht und so haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedenste Klone entwickelt. Im Rahmen des Projektes „Chianti 2000“, das vom „Consorzio Chianti Classico“ ins Leben gerufen wurde, wurden die besten Klone gesucht, selektioniert und weiterentwickelt. Ein großer Schritt in Richtung Qualitätssteigerung. Grundsätzlich ist die Sangiovese-Rebe stark von ihrer Umgebung, vom Klima und vom Terroir geprägt. Und weil diese Faktoren natürlich von Tal zu Tal, von Lage zu Lage unterschiedlich ausgeprägt sind, entstehen auch zahlreiche verschiedene Sangiovese-Weine mit den unterschiedlichsten Typizitäten. Hinzu kommt, dass diese Rotweinsorte nicht ganz einfach in ihrer Handhabung ist. Es braucht einiges an Erfahrung und Fingerspitzengefühl, will man dieser charakterstarken Weinart den perfekten Schliff verleihen. Um sozusagen aus dem Sangiovese-Rohdiamanten einen Sangiovese-Brillanten zu erschaffen. Aber wenn das gelingt, ja dann, dann steht den höchsten, geschliffenen Genüssen nichts mehr im Weg.

Eine Liebeserklärung an die Sangiovese-Rebe von Andreas März

„…Das Herz der Toskana ist der Sangiovese … Der Sangiovese kann alles. Der Sangiovese passt sich, und das ist das Geniale am Sangiovese, dem Winzer an und drückt vor allem das Terroir aus, auf dem er steht. Er drückt den Qualitätsehrgeiz aus, er drückt Boden, Klima, Mikroklima aus. Sangiovese kann banale Weine ergeben, Sangiovese kann großartige Weine ergeben. Ein Sangiovese, ein Chianti Classico aus Monti in Chianti, aus Gaiole, aus hohen Lagen, aus Panzano – das sind große Weine, das sind einmalige Weine, mit einer Frucht, die kann auch ein nobler, sogenannt „nobler“ Cabernet Sauvignon nicht erreicht. Das sind feine Aromen von roten Beeren, roten Waldbeeren, mit einer vielleicht hohen Säure, aber das gehört dazu. Vielleicht mit dem Zickigen, mit einem prägnanten Tannin. Ein Spitzen-Sangiovese aus dem Chianti, das sind nicht Kaminweine, die man abends in der guten Stube schwenkt im großen Glas, und trinkt, das sind Weine zum Essen, die sind genetisch gemacht als Essensbegleiter.“

Andreas März, Herausgeber der Zeitschrift Merum, Zitat aus Tonkombinat – Texte + Tannine, Toskana – eine Weinlesereise.

 

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